Führerschein für Hundehalter

Zu jedem Assi gehört ein Hund – ein Spruch den ich vor vielen Jahren mal aufgeschnappt habe und ein Gedanke, der sich mir immer wieder aufdrängt. Ich beobachte schon seit Wochen, Monaten oder sogar länger andere Menschen, meistens aus Langeweile oft jedoch weil ich das Handeln unserer Rasse nicht nachvollziehen kann.

Ein Thema was mich immer wieder zum Kotzen bringt ist der Umgang zwischen Mensch und Tier, im Besonderen bei Hundehaltern oder sagen wir mal bei denen die einen Hund haben, denn mit korrekter Haltung hat das oft wenig zu tun. Donnerstagabend war ich noch kurz einkaufen, es war inzwischen schon dunkel und der Weg auf dem ich gelaufen bin eher spärlich beleuchtet und so ereignete es sich, dass ein Hund auf mich zugerannt kam. Da ich persönlich keine Angst vor den Tieren habe, weil meine Mutter einen Rottweiler hat und so, dachte ich mir nichts dabei. Das Tier hat angefangen lautstark zu bellen und aus der Dunkelheit schalten die Worte: “Ruhig… keine Sorge der macht nichts” hervor. Ich erwiderte, dass ich keine Angst hätte und bin weiter gelaufen nachdem ich kurz stehengeblieben bin um dem Hund nicht auf die Pfoten zu treten.

Der Hund war einen Moment lang ruhig, verfolgte mich und zwickte mir in die Wade. Klasse, das zum Thema der macht nichts. Jedenfalls ließ er gleich ab und ist direkt zum Herrchen gerannt, nachdem ich mein Bein hob um einen Tritt anzudrohen. Dennoch kam mir der anfängliche Gedanke wieder in den Kopf “zu jedem Assi gehört ein Hund” – ich will nicht oberflächlich sein, aber wer nachts mit ein paar Leuten, Wodka und Bier auf der Straße sitzt und seinen Hund frei rumrennen lässt verdient wohl keine andere Bezeichnung.

Am darauffolgenden Samstag musste ich mir noch ein paar Filterhülsen beim nahegelegenen REWE holen, auf dem Weg dahin stand eine Frau vor einer Eingangstür mit einer kleinen Ratte an der Leine… naja gut es war ein Zwergpinscher aber diese Kreaturen kann man nicht wirklich als Hunde bezeichnen, wie dem auch sei. Sie nahm ihren Schlüsselbund und schlug auf das Tier ein, einmal, zweimal, dreimal… keine Ahnung ich hab’ nicht mitgezählt. Ihr gegenüber stand ein Mann, er hat ziemlich erschüttert geschaut, sagte aber nichts. Ich zog einen meiner Kopfhörer aus dem Ohr und warf ihr folgende Wörter an den Kopf: “Ich will gar nicht wissen wie sie mit ihren Kindern umgehen…” sie murmelte irgendetwas in sich rein, ich schüttelte den Kopf und machte mich weiter auf den Weg.

Es passiert oft, das Menschen zwar einen Hund halten, meiner Meinung nach aber absolut keine Ahnung von Tierhaltung haben. Da wird getreten, geprügelt, mit der Leine gezogen aber mal ein Wort ausgesprochen, damit das Tier versteht was es anscheinend falsch gemacht hat – Fehlanzeige.

Ich mein, wow, geile Erziehung – wieso reden? Man kann doch schlagen! – Asozial. Ich reg’ mich da jedes Mal auf, wenn ich Leute sehe die ihre Hunde hinter sich herschleifen ohne ihnen auch nur ansatzweise Anweisungen zu geben. Ich will sagen es könnte andersrum sein, irgendwie in einem komplett verdrehten Universum oder einer eigenartigen Parallelwelt könnten wir die Tiere sein, die von den Hunden gehalten werden. Würde uns das gefallen ständig geschlagen zu werden ohne zu verstehen wieso?

Bei einem Großteil der Menschen sieht man schon auf Anhieb, ob sie mit der Haltung überfordert sind, schon das ganze überforderte Auftreten des Herrchens muss den Hund doch total verwirren, aber gut es gibt auch das komplette Gegenteil – trotzdem frage ich mich dann immer wieder wieso sich solche Leute Hunde zulegen, sollen sie sich doch eine Katze kaufen, wenn sie mit einem Hund überfordert oder zu faul sind.

Schade um die Tiere. Man sollte eine Art “Hundeführerschein” einführen, aber solange das keinen interessiert und der Staat schön seine Hundesteuern kassiert, wird sich daran wohl nie was ändern. Davon mal abgesehen weiß jeder wie er in der Fahrschule gefahren ist und heute fährt, oder er kann es sich zumindest vorstellen. Will sagen statt einem Wesenstest für Hunde, wäre wohl eher einer für die Menschen fällig…

… wie der Herre so’s Gescherre.


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  1. Guter Beitrag. Danke, dass Du ihn unter meinem Blogpost geschrieben hast. Tatsächlich ist es erst wenige Tage her, als mir eine ähnliche Situation begegnet ist. Ich lief mit meinem Hund an der Straße, als uns eine Frau mit Hund entgegenkam. Ihr Hund bellte schon von Weitem, woraufhin sie ihn stramm an der Leine packte und in ein Gebüsch drängte. Ich kam währenddessen immer näher und bemerkte, dass ich mit meinem Hund einfach vorbeigehen sollte. Ihr Hund knurrte leise, woraufhin sie wie wild auf ihn einbrüllte und immer wieder an der Leine ruckelte. Ich war erstaunt darüber, weil sie letzt endlich lauter und aggressiver als ihr eigener Hund war. Ihr Hund wirkte mittlerweile sogar eher verängstigt. Am liebsten wäre ich stehen geblieben und hätte etwas gesagt, aber da sie immer noch ihren Hund anbrüllte und ich die Situation nicht weiter abschätzen konnte, machte ich mich lieber eilig aus dem Weg. In Erinnerung bleibt mir dieser Moment trotzdem.

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