Das Leben musizieren

Ich unterscheide zwischen Menschen, die machen und solchen, die musizieren. machen heißt für mich in diesem Fall, sein Instrument zu beherrschen und auch das jeweilige stück technisch perfekt zu spielen. Allerdings bleibt es beim machen eben auf dieser technischen Ebene. Es ist keine Leidenschaft dahinter. Beim musizieren jedoch lebt man quasi das Stück, das man gerade spielt. Man gibt ihm gewissermaßen eine Seele. Und das ist dann , die auch die Zuhörer in ihren Emotionen berührt. Man gibt gewissermaßen etwas von sich selbst in die .

Das Spannende ist, dass beim musizieren oft weniger auffällt, wenn mal ein Ton nicht getroffen wird oder sonst ein Fehler unterläuft. Denn die Emotion und die Leidenschaft, die durch diese Form der vermittelt werden machen gewissermaßen Taub für solche kleinen Patzer. Man hört das Wesen des Stücks und nicht mehr die Noten als solche.

Trotz langem Überlegen ist mir keine passende Wort-Analogie für das eingefallen. Schade eigentlich, denn hier gibt es genau den gleichen Effekt. Vielleicht könnte man noch am ehesten von und dig sein sprechen.
Es gibt Menschen, die ein technisch perfektes . Sie haben den perfekten Job, das perfekte Privat, alles ist rein von der Durchführung her sauber und einwandfrei. Aber irgendwie fehlt diesem die Seele, es fühlt sich kalt an, wenn ich als Außenstehender mit solchen Menschen in Kontakt komme. Diese Menschen oder, um in dem beispiel zu bleiben, machen .

Im Gegensatz dazu gibt es Menschen, die musizieren ihr quasi. Sie sind dig. Da ist die Ebene der Emotion mit dabei und durchdringt alle Bereiche ihres s. Dadurch wird es intensiv – für die, die es genauso wie für die, die als Außenstehende damit berührt werden. Vermutlich machen diese Menschen mehr Fehler, straucheln öfter in ihrem oder „verspielen“ sich. Aber da auch hier das Wesen des s das ist, was zählt, trägt das sich selbst. In dem Fall bin ich nicht mehr auf die Perfektion meines Vorgehens und meines äußeren Scheins angewiesen, denn mein ist mehr als die Vollkommenheit meiner Handlungen oder mehr als mein Status, den ich nach außen aufrechterhalte. Vielleicht ist es gerade dieser Mut, sich selbst Schwächen und Fehler einzugestehen das, was das musizieren bzw. das dig sein ausmacht.

Menschen, die machen, sind zum Glück sehr selten. Da sie keine Leidenschaft für die entwickeln, geben die meisten das Spielen irgendwann auf und suchen sich ein anderes Hobby, das sie mehr erfüllt. Hier ist es vermutlich auch ein Segen, dass man mit in der Regel nicht leicht Geld verdienen kann. Manchmal kommt es auch vor, dass man vom musizieren zum machen kommt. Ich habe das immer wieder bei berühmten Bands oder Sängern gedacht. Manchmal geht die Leidenschaft mit dem Erfolg verloren und wenn man manche Stücke aus den Anfangstagen einiger er oder Bands anhört und heutige Stücke hat man das Gefühl, dass das nicht die gleiche Band ist.

Im Gegensatz dazu gibt es leider mehr Menschen, die und nicht dig sind. Sie haben, wie die er, vielleicht ihre Leidenschaft durch ihren Erfolg verloren. Oder sie ein , das von ihnen erwartet wird, jedoch nicht dem entspricht, wie sie würden, wenn sie sich die Freiheit nehmen würden, mehr nach ihrer Leidenschaft zu .

Gründe dafür, nicht dig zu sein gibt es sicherlich viele. Sich für ein diges zu entscheiden hat jedoch nur einen Grund:

wir haben nur dieses eine ! Und ich glaube es gibt nichts Schlimmeres, als am Ende des s festzustellen, dass man eigentlich nie gelebt hat. Und mehr musizierende Menschen würde unsere Welt bunter machen!

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, immer zu musizieren und nicht „nur“ zu machen. Aber ich für meinen Teil versuche zumindest, dass die digen Anteile jeden Tag mehr sind als die, in denen ich lebe. Dadurch, das ich bewusst jeden Tag darauf achte, gelingt mir das auch immer öfter. Und es lohnt sich, denn die Qualität des s steigert sich in meinen Augen dadurch enorm.

Über den Autor dieses Beitrags:

Spirit Concert bietet Einzelcoachings für persönliche Veränderungen an. Das Besondere ist, dass über Beispiele aus Musik Zusammenhänge verständlich gemacht werden und Aha-Momente entstehen. Das Ziel ist, seine individuelle Lebens-Komposition zu kreieren und so sein Leben nach seiner eigenen Melodie zu leben.

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