Wieso Weihnachten „Not a Thing“ ist

Weihnachten hat für mich vor vielen Jahren seinen Charme verloren, was wohl überwiegend damit zu tun hat, dass ich aus einer ziemlich zerrissenen Familie komme und ich bisher noch keine Gelegenheit oder das Interesse hatte meine eigene zu gründen. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass ich begriffen habe, dass zwei, drei Tage der „Besinnlichkeit“ nichts an den Problemen der Welt ändern und ich dieses scheinheilige Friede-Freude-Eierkuchen-Getue einfach nicht abhaben kann.

Wäre es nicht viel schöner, sich der wichtigen Dinge im Leben das ganze Jahr über bewusst zu werden und nicht nur zu „Christi-Geburt“?

Ich mein ich erwarte ja nicht, dass jeder diese pessimistisch-sarkastische Art an den Tag legt wie ich, in der Erwartung, dass es irgendjemand kapiert und das große Ganze dahinter sieht. Aber hey… seis drum.

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich den Entschluss gefasst etwas in meinem Leben zu verändern, nicht etwa für irgendjemanden, sondern lediglich für mich und ich fahre ganz gut damit. Ich kann endlich so sein wie ich bin oder wie ich immer sein wollte, was auch ein Grund ist wieso ich nur noch sehr wenig blogge, einfach, weil ich keinen Grund mehr habe meinen Frust oder meine Gedankengänge nieder zu schreiben, stattdessen kann ich sie einfach frei äußern und niemand nimmt es mir krumm.

Ich war neulich einkaufen, vor mir war eine Frau an der Reihe, die echt langsam mit allem war: Langsam beim Zahlen, langsam beim Reinräumen, usw. – gelegentlich sieht man mir ganz gut an, was in mir vorgeht, also blickte sie in meine Richtung und sagte: „Ja ich bin langsam wie eine Schnecke.“, ohne groß nachzudenken antworte ich mit: „Wow, sie können Gedanken lesen.“ – sie war kurz ruhig, schaute wieder zu mir: „Jah, ich kann aber auch Spaß verstehen.“ – „Gut, denn meinen Sarkasmus versteht nicht jeder.“ – Erneutes Schweigen… „Eh ja doch… verstehe ich.“ – sie hats nicht verstanden. Nichts desto trotz war es lustig, wir haben beide gelacht, uns noch einen schönen Abend gewünscht und sind unserer Wege gegangen.

Und das war jetzt keine Ausnahme, sowas passiert mir hier ständig und mir gefällts. Die Leute sind einfach super, soviel unbeschwerter wie beispielsweise im Schwarzwald und mir geht es gut.

Ja ich glaube, ich kann zum ersten Mal seit Jahren sagen, dass es mir gut geht, auch wenn ich das bereits Anfang des Jahres gewusst habe, als ich meine Sachen packte und abgehauen bin. Inzwischen habe ich auch endlich die Kraft und Stärke zu sagen, wenn mich etwas stört, ich muss niemandem mehr hinterher rennen oder es irgendjemandem recht machen, außer mir selbst.

Ich möchte einfach nicht in ein paar Jahren zurückschauen und mich darüber ärgern mit was oder viel mehr mit wem ich meine Zeit verschwendet habe, das brauche ich alles nicht mehr.

Die Zeiten, in denen ich meinen Selbstwert aus anderen bezogen habe sind vorbei. Es ist noch gar nicht so lange her, als ich jemanden über irgendeine Datingplattform kennengelernt habe. Früher dachte ich mir dann „ja gut, geben wir ihr ne Chance“, auch, wenn mich schon vorneherein Dinge gestört haben, heute kann ich sagen: „Komm scheiß drauf, ich brauche das nicht.“ und das ist für mich persönlich ein sehr großer Schritt.

Ich mein, jeder bekommt von mir eine Chance, manchmal eine Zweite, oder Dritte, doch irgendwann muss einfach gut sein…

… doch dem widme ich mich in einem neuen Beitrag. Schöne Feiertage.

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